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Theologin Marie-Theres Wacker bekräftigt kfd-Forderungen

< Geschäftsführerin und drei Regionalsprecherinnen verabschieden sich
25.02.2020

Über eine „geschlechtergerechte Kirche“ diskutieren 90 Bezirksteamerinnen des kfd-Diözesanverbands. Themenschwerpunkte setzen Dorothee Brünger vom Leitungsteam, Diözesanpräses Roland Schmitz, die Referentin Professorin Dr. Marie-Theres Wacker und die Diözesanvorsitzende Katharina Brechmann (v.l.). Foto: kfd-Diözesanverband

Zur Bezirksteamtagung trafen sich 90 Frauen kfd-Diözesanverbands im Bildungshaus Maria Immaculata in Paderborn. Die Diözesanvorsitzende Katharina Brechmann begrüßte Professorin Dr. Marie-Theres Wacker. Die Referentin hatte bis 2018 einen Lehrstuhl für Altes Testament und Theologische Frauenforschung in Münster inne. Sie eröffnete die Veranstaltung mit einem Vortrag zum Thema: „Auf dem Weg zu einer geschlechtergerechten Kirche“. Am 21. April stellt sie bei einer Lesung in Dortmund die „Bibel in gerechter Sprache“ vor.

Bei der aktuellen Verbandsoffensive „kfd - die macht. für dich. für alle“ auf Bundesebene stehen die drei Themen „geschlechtergerechte Kirche“, „Bewahrung der Schöpfung“ sowie „Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft“ im Fokus.

Am Vormittag erinnerte Marie-Theres Wacker die Bezirksteamerinnen aus dem ganzen Bistum an die dramatische Geschichte der kfd-Leitlinien 1999 und die beiden Forderungen zu „Ämtern und Diensten“ und zu „Vielfalt“, die damals nicht weiter verbreitet werden durften. Für jede dieser beiden Forderungen stellte sie eine Geschichte aus dem Alten Testament vor. Für die „Ämter und Dienste von Frauen“ war es die Geschichte der zum Schweigen gebrachten Prophetin Mirjam, die aber vom Volk Israel nicht im Stich gelassen wird. Für das Thema der „Vielfalt“ stand die sehr intensive Beziehung zwischen David und dem Königssohn Jonathan, die aus heutiger Sicht homoerotische Untertöne hat und das strikte Verbot des Sexualverkehrs zwischen Männern, das im dritten Buch Mose ausgesprochen wird, relativiert. Abschließend kam die Referentin kurz auf die Paradiesgeschichte zu sprechen und zeigte Möglichkeiten auf, wie man sie geschlechtergerecht lesen kann.

In einer Gruppenarbeit konnten die Frauen wählen, ob sie sich mit der Figur der Maria Magdalena oder der Figur des äthiopischen Eunuchen beschäftigen wollten, um die beiden Themen zu vertiefen. Die Gastrednerin hatte dazu Gesprächsanregungen vorbereitet und zu jedem Thema zwei Bilder ausgewählt.

Der Nachmittag begann mit einem besonderen Format: Markus Lanz, dargestellt vom kfd-Diözesanpräses Roland Schmitz, begrüßte einen prominenten Gast aus Rom, der zum Thema „Frauenordination“ Rede und Antwort stand. Nicht nur der Moderator, sondern auch kfd-Frauen im Saal, die in die Rollen der „geladenen Gäste“ schlüpften, hatten die Gelegenheit, den römischen Kardinal, dessen Part Marie-Theres Wacker übernahm, zu befragen. Auf diese Weise wurde die lehramtliche Position in der Frage der Frauenweihe anschaulich, aber auch bedrückend klar. Die Teilnehmerinnen mussten feststellen, dass man diese Position eigentlich nicht durch Gegenargumente entkräften kann, sondern hier nur ein neues Denken hilft. Die engagierten Katholikinnen bekräftigten sich gegenseitig in der Auffassung, dass die Forderungen der kfd oder von Maria 2.0 zu den hoffnungsvollen „Zeichen der Zeit“ gehören. In diesem Licht seien die Heilige Schrift und die Tradition neu zu beleuchten.

Zum Abschluss ging es um die Emmausgeschichte, zu der die Theologin zunächst einige Impulse gab, bevor sie einen „Blickwechsel“ anregte. Sie verwies auf die Emmausikone, die sich in St. Adalbert in Aachen befindet und von der Benediktinerin Schwester Marie-Paul Farran gemalt wurde. Auf dieser Ikone ist das Jüngerpaar, dem Jesus begegnet, als Ehepaar Kleopas und Maria dargestellt. Für die meisten der Anwesenden war diese Möglichkeit, sich die Begegnung mit Jesus in Emmaus vorzustellen, neu und überraschend. Die kfd-Frauen tauschten sich darüber aus, wie sich ihre Sicht auf die Emmausgeschichte dadurch verändert: „Wir gehören auch dazu. Es waren ja noch mehr Frauen dabei, als wir dachten. Wenn die beiden Jesus beim Brotbrechen erkannten, müssen dann nicht auch Frauen beim letzten Abendmahl dabei gewesen sein, nicht nur die zwölf Apostel? Und wieso sollten dann nicht auch Frauen den Auftrag Jesu bekommen haben: Tut dies zu meinem Gedächtnis?“

(kfd-Frauen und weitere Interessierte sind bei einer Lesung mit Marie-Theres Wacker in der Bonifatius-Buchhandlung Dortmund, Propsteihof 6, willkommen. Am Dienstag, 21. April, um 19.30 Uhr, stellt sie die „Bibel in gerechter Sprache“ vor, die sie mit herausgegeben hat. Sie lädt die Teilnehmenden ein, zu biblischen Frauenfiguren und feministischer Auslegung der Texte ins Gespräch zu kommen.) Die Lesung wird wegen der Corona-Epidemie auf den Herbst 2020 verschoben.

Fotos von der Tagung sehen Interessierte hier:


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